Abraham Maslows Hierarchie menschlicher Bedürfnisse (1943) hat die Verhaltenswissenschaften tief geprägt und gilt bis heute als Schlüsselkonzept für das Verständnis menschlicher Motivation.

Bemerkenswert ist, dass Maslow die ikonische Pyramide, die man seiner Bedürfnishierarchie zuschreibt, vermutlich gar nicht selbst entworfen hat. Forschende gehen davon aus, dass sie stattdessen vom Psychologen Charles McDermid populär gemacht wurde, angeregt durch ein Stufenmodell des Managementtheoretikers Keith Davis.

Hinzu kommt eine lebhafte aktuelle Debatte über die Zeit, die Maslow im Blackfoot Reserve bei den indigenen Siksika verbrachte. Eine alternative, kreisförmige Lesart des Modells erfasst die wechselseitige Verbundenheit unserer Bedürfnisse und macht deutlich, dass wir Bedürfnisse gleichzeitig und in wechselnder Reihenfolge erleben können. Genau das untersuchen wir in diesem Paper. Es legt zugleich die Grundlage für einen weiteren Blick auf individuelle und gemeinschaftliche Selbstverwirklichung.

Maslows Bedürfnishierarchie bietet einen Rahmen für das Verständnis menschlicher Motivation: Erst wenn grundlegende physiologische Bedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse gedeckt sind, rücken höhere psychologische Bedürfnisse und Selbstverwirklichung in den Blick. Das Paper deutet, was diese Bedürfnisse im Kontext des Arbeitsplatzes bedeuten und was daraus für Gestaltung und Betrieb eines Arbeitsplatzes folgt.