Wie Organisationen von der Gestaltung von Flächen zur Optimierung von Leistung durch Decision Intelligence gelangen.

Die Workplace-Strategie hat sich von tayloristischen Effizienzmodellen mit einem verkürzten Produktivitätsbegriff über Großraumbüros mit Fokus auf Kosten und Fläche hin zu zwei großen Paradigmen der vergangenen zwei Jahrzehnte entwickelt:

  • Activity-Based Working (ABW): Flächen für Aufgaben und Effizienz optimieren.
  • Experience-Based Working (EBW): Erlebnis und Wohlbefinden der Mitarbeitenden stärken.

Beide Ansätze sind zwar in Teilen durch Forschung gestützt, speisen sich aber aus einem fragmentierten Feld von Disziplinen und Belegen und wurden empirisch nie gründlich geprüft und bewertet.

ABW und EBW haben ihre Kritiker und ihre Schwächen, die wir kurz beleuchten. So wird etwa der Zusammenhang zwischen Mobilität und ABW und damit die tatsächliche Bereitschaft, den Platz zu wechseln, häufig unterschätzt. Leesman spricht hier von einer fehlenden Produktivitätspassung zwischen ABW-Settings und menschlichem Verhalten. Forschung von Leesman zeigt zudem, dass eine fehlende Auswahl passender ABW-Arbeitssettings die wahrgenommene Produktivität deutlich negativ beeinflusst.

Decision-Based Working (DBW) entschärft zwar einige Kritikpunkte an ABW und EBW, hat aber eigene Grenzen und Herausforderungen. Die Wirksamkeit von DBW hängt stark von Qualität, Vollständigkeit und Integration der zugrunde liegenden Daten ab, und diese sind in vielen Organisationen weiterhin fragmentiert oder uneinheitlich. Es können Kompetenzlücken entstehen, wenn Erkenntnisse interpretiert und in umsetzbare Entscheidungen übersetzt werden sollen, insbesondere dort, wo Workplace, HR und Real Estate in Silos arbeiten. Außerdem besteht das Risiko, dass ein Übergewicht quantitativer Eingangsgrößen qualitative und kulturelle Nuancen unterrepräsentiert, die für Workplace-Ergebnisse entscheidend sind. DBW ersetzt daher weder Strategie noch das Urteil der Führung, sondern ist ein Enabler, der starke Governance, bereichsübergreifende Abstimmung und laufende Validierung verlangt.

Die Entwicklung der Workplace-Strategien hat die Gestaltung von Arbeitsumgebungen zwar vorangebracht, die grundlegendste und wichtigste Frage aber nicht gelöst: Wie trifft man fundierte, objektive Workplace-Entscheidungen, die Kosten, Erlebnis und Leistung ausbalancieren?